Aus der Erde direkt auf den Teller (27.09.2026)

Erntedank und buntes Mitmachprogramm beim Kartoffelfest auf Gut Clüverswerder

Unter einer mächtigen Erntekrone startete am Sonntag den 29.07.2026 mit einem feierlichen

Segen und den Klängen des Bläsercorps der Kreisjägerschaft Verden, bevor das weitläufige Gutsgelände in Clüverswerder zum lebendigen Marktplatz wurde. Während die Erwachsenen bei leckeren Kartoffelpuffern ins Gespräch kamen oder historische Trecker bestaunten, gruben die Kinder nach den dicksten Knollen der Saison.

Es war eine gelungene Mischung aus ländlicher Tradition und Mitmachaktionen, die das Kartoffelfest auch in diesem Jahr zu etwas Besonderem im Achimer Veranstaltungskalenderwerden ließ.

Imke Raute-Fischer vom Förderverein begrüßte die Gäste und zeigte sich sichtlich erfreut über das herrliche Wetter, das im Gegensatz zum Regen des vergangenen Jahres stand. Passend dazu stimmte Pastor Christoph Maaß von der St. Laurentius-Kirche die Besucher mit einem Segen auf den beginnenden Herbst ein.

Nach dem offiziellen Auftakt erwies sich auch in diesem Jahr die Schau des Lanz-Bulldog-Clubs aus Oyten als Publikumsmagnet, dessen historische Traktoren für viel Aufsehen sorgten.

Das Hauptaugenmerk hatten die Veranstalter jedoch auf die jüngsten Gäste gelegt: Den Kindern wurde das Leben auf dem Land und die damit verbundene Arbeit auf vielfältige Weise nahegebracht.

Wie wichtig diese spielerische Vermittlung im Alltag ist, weiß auch Sarah Hinrichs. Sie engagiert sich im Verein „Acker e.V.“. dessen bundesweit rund 400 bis 500 Coaches regelmäßig Schulen und Kindergärten besuchen, um den Nachwuchs mit den Abläufen der Landwirtschaft vertraut zu machen. In der Region setzen beispielsweise die Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Achim und Oyten auf diesen Ansatz und binden schuleigene Gärten fest in den Ablauf ein.

Dabei zeigt sich in der Praxis oft ein starkes Gefälle: Je nachdem, ob Jungen und Mädchen auf dem Land oder in der Stadt aufwachsen, unterscheidet sich das Vorwissen erheblich. Die Begeisterung für die Natur teilen am Ende jedoch alle, und vor allem die jüngeren Kinder haben sichtlich Spaß daran, Erde an den Fingern zu spüren. Mit großem Eifer lernen sie, wie Kartoffeln gesetzt und geerntet werden – ein Wissen, das durch das eigene Erleben im Gedächtnis bleibt.

Einen Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der Knolle warf zudem Kreislandwirt Jörn Ehlers.

„Niedersachsen gilt innerhalb der Bundesrepublik als größter Kartoffelerzeuger“, ordnete er die Rolle der Region ein; für zahlreiche Bauern sei der Anbau die fundamentale Basis zum Erwirtschaften ihres Lebensunterhalts. Das Bild auf den Feldern habe sich über die Jahrzehnte allerdings stark gewandelt:“ Hatte früher fast jeder Betrieb Kartoffelflächen, liegt die Produktion heute überwiegend in den Händen von Spezialisten“. Grund dafür seien die hohen Anforderungen im Alltag.“Der Anbau mit Saatguterzeugung und der notwendigen Beregnung ist nicht ganz einfach und erfordert mittlerweile eine spezielle Technik“ erklärte der Kreislandwirt.

Zudem spielte die Fruchtfolge auf den Höfen eine entscheidene Rolle. Da die sogenannten Hackfrüchte – zu denen neben der Kartoffel auch die Zuckerrübe gehört – nur einen Anteil von etwa 30% ausmachen, setzen die Landwirte laut Ehlers auf Abwechslung und den zusätzlichen Anbau von Getreide und Mais.

Das stimmige Gesamtbild spiegelte sich beim Kartoffelfest auch in der Atmosphäre auf dem Gutsgelände wider: Unter den mächtigen alten Bäumen luden geschmackvoll dekorierte Tische zum Verweilen ein. Das kulinarische Angebot reichte von frische gebackenen Kartoffelpuffer und deftiger Bratwurst bis hin zu einer großen Auswahl an Kaffee,Kuchen und Kaltgetränken, und am Ende zeigten sich Veranstalter und Gäste gleichermaßen zufrieden mit einem gelungenen Familientag.

Bericht: Gisela Enders vom Achimer Kurier

Foto Jagdhornbläser: Focke Strangmann